Anne Jacoby Journalistin
 
 
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| Existenzgründerinnen | Newsletter access AG | Mai 2003
 
Die Gründerinnen kommen
 
Immer mehr Frauen gründen ihr eigenes Unternehmen: In den vergangenen zehn Jahren ist die Zahl der selbständigen Frauen um 230.000 auf über eine Million gestiegen. Zwar machen sich – in absoluten Zahlen betrachtet – immer noch mehr Männer selbständig. Aber wenn Frauen den Sprung in die Selbständigkeit wagen, verfolgen sie ihr Ziel viel konsequenter als männliche Gründer.

Kirsten Fabinski (30) und Zuni Höfer (27) sitzen auf dunkelhimmelblauen Polstermöbeln (die zur Jugendzeit ihrer Eltern sicher en Vogue waren) im Besprechungsraum ihres Gemeinschaftsbüros im obersten Stock eines Hinterhauses in Frankfurt Sachsenhausen. Es gibt Latte Macchiato. Hier im „Labor“, so heißt die Kreativschmiede, zeichnen Illustratoren für Comics und Bücher, Postkarten und Poster. Am großen Tisch von Kirsten Fabinski und Zuni Höfer entstehen vor allem Zeitschriften (unter anderem der F.A.Z. Hochschulanzeiger), Logos, Geschäftspapiere für Unternehmen und Anzeigenmotive. Nicht zu übersehen: Zwei schöne große Mac’s. Mit riesigen Flachbildschirmen.
„Die sind neu“, freut sich Kirsten Fabinski. „Angefangen haben wir mit unseren Studentencomputern.“ Das war vor zwei Jahren. Kredite aufnehmen wollten sie und Zuni Höfer nicht. Keine horrenden Kosten für Technik und Möbel, eine günstige Büromiete, nette Kollegen – darauf kam es ihnen an. „Wir brauchen kein Shooting in Paris und keine Arbeitszeiten bis 22 Uhr – so wie in den großen Werbeagenturen“, erklärt Zuni Höfer und rührt in ihrem Kaffee. „Ein Leben, in dem man ausschließlich für die Firma da ist, das wollen wir nicht.“ Sie muss es wissen, denn sie hat genau dieses Leben ausprobiert: In einer renommierten Werbeagentur. Eigentlich war das ihr Traumjob – aber der Preis für das stressige Werber-Leben war Zuni Höfer zu hoch. Das, was sie suchte, gab es so nicht. Es musste erst erfunden, bzw. gegründet werden.

60 % der Gründerinnen arbeiten als „Solo-Selbstständige“

Auch Kirsten Fabinski war auf der Suche: Sie hatte sich ihr Traumbüro bereits im „Labor“ eingerichtet, wünschte sich aber eine Kollegin, mit der sie im Team arbeiten konnte. Zuni Höfer kannte sie aus dem Studium, und die beiden stellten schnell fest: Das passt. Also gründeten sie eine Partner-GbR – sie wirtschaften in „einen Topf“ und haben die Details in einem Vertrag festgehalten. Wo es geschäftlich hingehen soll, ist auch schon klar: Mehr Kunden? Gerne. Eigene Mitarbeiter? Nein danke. „Dann muss man ja noch mehr Administration machen“, winkt Zuni Höfer ab.
Die beiden jungen Grafikerinnen liegen im Trend: Es gibt immer mehr Gründerinnen in Deutschland. In den vergangenen zehn Jahren ist die Zahl der selbständigen Frauen um 230.000 auf über eine Million gestiegen. Die meisten von ihnen arbeiten in kleinen Betrieben: rund 60 Prozent arbeiten alleine, während nur 47 Prozent der selbstständigen Männer ohne Angestellte auskommen – so das Institut für Mittelstandsforschung (ifm) der Uni Mannheim in einer aktuellen Studie. Die befragten Solo-Unternehmerinnen arbeiteten mit durchschnittlich 38 Stunden pro Woche auch wesentlich kürzer als männliche Solo-Selbstständige, die im Schnitt 52 Stunden für ihr Unternehmen im Einsatz waren. Und sie überweisen sich ein kleineres Monatsgehalt.

Weniger Budget, stabilere Entwicklung

„Frauen gehen mehr mit Augenmaß an die Sache heran. Sie gehen auch bewusster und kritischer mit der Finanzierung vor. Sie brauchen weniger Geld und kaufen sich auch nicht gleich ein dickes Auto“, weiß Dr. Sigrid Blehle, Mitglied im Ressortteam Existenzgründung- und Sicherung des Bundesvorstandes der Wirtschaftsjunioren Deutschland. „Deshalb sieht die Unternehmensentwicklung fünf Jahre nach dem Start bei ihnen auch positiver aus als bei Männern.“ Blehle zufolge kommen Unternehmerinnen mit 20 Prozent weniger „drumherum“ aus: Weniger Raum, Möbel, Prestigeobjekte, Sekretärinnen etc.
Haben sich junge Frauen einmal für die Gründung entschieden, arbeiten sie konsequenter an der Umsetzung als Männer – so das Ergebnis einer Untersuchung des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung e.V. (RWI). Das gelte insbesondere für junge Gründerinnen. Zwar planten nur 20 Prozent der Frauen im Alter zwischen 18 und 29 Jahren eine Unternehmensgründung, ein Viertel von ihnen halte das aber auch durch. Von den 18- bis 29-jährigen Männern planten ganze 40 Prozent den Schritt in die Selbstständigkeit, aber nur jeder zehnte wage diesen Schritt tatsächlich.

Relativ schlechte Rahmenbedingungen

Dabei sind die Rahmenbedingungen für Gründerinnen relativ schlecht: Laut RWI sind viele Förderprogramme eher auf „männliches Gründungsverhalten“ zugeschnitten. Das heißt: Auf große gewerbliche Gründungen mit hohen Investitionsvolumen. Sehr viele Frauen dagegen gründen Kleinstbetriebe und bieten Dienstleistungen an, wie pflegen, heilen, bewirten, lehren, beraten, schreiben, gestalten usw. „Eine Dienstleistung zu finanzieren ist sehr schwierig“, erklärt Gründungs-Expertin Blehle. Bei einer Maschine lasse es sich einfacher darstellen, wie viel sie kostet und wann sie sich amortisiert. Entsprechend zugeknöpft zeigten sich die Banken gegenüber Gründerinnen – wenn sie denn mal einen Kredit wollen. Aber das ist nicht das einzige Problem: „Frauen sind nicht so versiert darin, sich selbst gut darzustellen“, bedauert Blehle.

Trotzdem gibt es gute Nachrichten für Gründerinnen: Laut Maria Lauxen-Ulbrich und René Leicht vom Institut für Mittelstandsforschung sind selbstständige Unternehmerinnen zunehmend besser gebildet: 20 Prozent haben einen Uni-Abschluss (dagegen nur 17 % der selbstständigen Männer), bei den jungen Gründerinnen liegt der Anteil der Hochschulabsolventinnen noch höher. Auf dieser Basis können immer mehr Unternehmerinnen professionellere Dienstleistungen anbieten – nicht nur „persönlicher“ Art, sondern auch für Unternehmen.

Die Gründungslust steigt

Die Gründungslust der jungen Frauen steigt, so Maria Lauxen-Ulbrich und René Leicht in ihrem ifm-Bericht. Nicht zuletzt, weil sich im Bereich der abhängigen Beschäftigung „gerade für höhergebildete Frauen keine adäquaten Erwerbsmöglichkeiten bieten“. Vor allem dann nicht, wenn sie Karriere machen und trotzdem Zeit für die Familie haben wollen. Das nehmen viele junge Frauen nicht mehr hin. Wenn es ihren Traumarbeitsplatz nicht gibt, dann gründen sie ihn eben selbst.

Anne Jacoby

www.laborproben.de
www.u-netz.de
www.ifm.uni-mannheim.de
www.rwi-essen.de

 

   
| Work-Life-Balance | Mitarbeiter-Zeitschrift B.Braun Melsungen AG | Frühjahr 2003
 
Was bedeutet Work-Life-Balance?
 
Weg mit starren Arbeitszeiten, festen Arbeitsorten, der Trennung von Arbeit und Freizeit! Burnout ist out, Work-Life-Balance ist angesagt. Woher der Gleichgewichts-Trend kommt, was Unternehmen anbieten und warum das Konzept oft nicht aufgeht.

Die Helden der New Economy sind müde. Nicht nur haben etliche ihr Vermögen und ihre Jobs verloren. Viele haben ihre Gesundheit ruiniert, als sie in Tag-und-Nacht-Arbeit ihre Start-Ups aufgezogen haben. Aber sie sind nicht die einzigen: Die Wirtschaftskapitäne der Old Economy sind genauso müde. Bandscheibenvorfälle und Herzinfarkte gehören unter Managern heute fast schon zum guten Ton, über Burn-Out und Drogenmissbrauch in den Mahagoni-Etagen spricht man noch eher ungern.

Wenn Dauerbelastung im Beruf, Erfolgsdruck, eigener Ehrgeiz über einen langen Zeitraum anhalten und keinen Raum lassen für Entspannung, treten der Körper und die Psyche irgendwann in Streik. Und das passiert immer häufiger: Die Weltgesundheitsorganisation WHO schätzt, dass in 20 Jahren Angstneurosen und Depressionen nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen die häufigste Ursache für Arbeitsunfähigkeit werden. Für die Wirtschaft ist das richtig teuer.

„Work-Life-Balance!“ schreiben sich deshalb immer mehr Unternehmen auf die Fahnen. Flexible Arbeitszeiten ist schon fast überall im Angebot, Unternehmen wie Siemens, Volkswagen und Ford bieten darüber hinaus die Möglichkeit, auch mal zu Hause zu arbeiten. Und wer für Roland Berger im Einsatz ist, kann auch mal ein halbes Jahr zu Hause bleiben. Mit Fitnessräumen und einem „Betriebsrestaurant“ neben den Büros trumpft der Autozulieferer Brose auf, während Porsche seine Manager zum „Boxenstop“ schickt, wo sie auf Herz und Nieren gecheckt und in Sachen Gesundheit beraten werden.

Kommt jetzt endlich die schöne neue Arbeitswelt? Mitnichten. Die ersten Probleme tauchen schon auf, wenn die Begriffe Arbeit und Leben als Gegensatzpaar gehandelt werden. Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. „Für mich ist das Ziel, den Unterschied zwischen Fronarbeit und Freizeit aufzuheben“, sagt Sabine Asgodom, die als Personaltrainerin, Coach und Autorin in München arbeitet. „Das Leben in die Arbeit zu kriegen!“ Die Schweizer Unternehmensberaterin Betty Zucker pflichtet ihr bei: „Talente wollen nicht ihr Leben verdienen, sondern ihr Leben leben.“ Work-Life-Balance-Programme, die nur auf die Flexibilisierung der Arbeitszeiten zielen, greifen deshalb zu kurz.

Also versuchen etliche Firmen, die Arbeit als „Leben“ zu verkaufen: Mit Fitnessgeräten am Arbeitsplatz, Freizeit im Kreise der Kollegen und Laptop-Arbeit zu Hause. „Der Arbeitsplatz spielt mit unzureichenden Mitteln Freizeitpark und Lebensproblemlöseanstalt“, mokiert sich Zucker. Sie vermutet, dass Unternehmen mittels Work-Life-Balance-Programmen nur noch mehr Einfluß auf das Leben ihrer Mitarbeiter zu nehmen versuchen.

Also lieber gar nicht mehr arbeiten? So hielt es die müßiggängerische Elite der alten Griechen, sie betrachtete körperliche Arbeit als entwürdigend. Arbeit war Sache der Sklaven. Dass aber Nichtstun allein nicht zum glückseligen Leben führt, das wußten auch sie. Und darauf legten später auch die christlichen Klöster Wert: „Müßiggang ist der Feind der Seele“, schrieb der Heilige Benedikt. Denn viele Mönche hatten ihre geistigen Betrachtungen so weit ausgedehnt, dass ihre Klöster verfielen. Dagegen half nur „Ora et labora“.

„Arbeit gibt dem Tag eine Zeitstruktur, sie erweitert die sozialen Beziehungen über Familie und Nachbarschaft hinaus und bindet die Menschen in die Ziele und Leistungen der Gemeinschaft ein“, erklärte Jürgen Hesse, Psychologe und Autor zahlreicher Bewerbungs-Ratgeber, bei einem Vortrag über Work-Life-Balance in der Berliner Urania. „Arbeit weist und einen sozialen Status zu und klärt die persönliche Identität.“ Wir können offenbar nicht ohne.

Und so schlimm ist Arbeit ja auch gar nicht. „Selbstständige haben es vorgemacht, dass man sich in der Arbeit nicht nur quälen muß, um es mit Freizeit wieder gutzumachen“, ist Asgodom sicher. „Ich als Selbständige sitze doch auch nicht in der Badewanne mit einer guten Idee und denke, nein, das schreibe ich jetzt nicht auf, weil ich gerade Feierabend habe!“

Was Selbstständige von den meisten Angestellten unterscheidet, ist ihr hohes Maß an Eigenverantwortung. Dabei können auch Unternehmen ihren Mitarbeitern einen großen Freiraum verschaffen, in dem sie ihre Arbeit selbst organisieren und sich selbst balancieren können. „Mitarbeiterinnen, die ihren Arbeitseinsatz unter Berücksichtigung persönlicher Belange selbst steuern können, sind in ihrer Effizienz kaum zu übertreffen“, weiß Dr. Andreas Hoff, selbständiger Arbeitszeitberater in Berlin.

Es tut sich etwas, nicht nur in den Unternehmen. Langsam ändern die Menschen, vor allem die Männer, ihre Einstellung. Eine Studie des Familienministeriums zeigt, dass sich nur noch ein Drittel der Väter in Deutschland als „reine Brotverdiener“ versteht. Etliche Vertreter der Erbengeneration können es sich sogar leisten, gar nicht oder nicht voll zu arbeiten. Wieder andere haben sich ein bescheidenes Leben eingerichtet und suchen nach einem anderen Glück als ihre Wirtschaftswunder-Eltern.

Nicht zuletzt ist ein Traum geplatzt. Der Traum von der New Economy, die gläubige Hingabe an ihre Unternehmensphilosophien und Führung durch charismatische Personen verhieß – übrigens typische Merkmale von Religionsgemeinschaften.

Geblieben sind aber junge Professionals – Männer und Frauen – mit der Erfahrung, dass sich etwas bewegen läßt und der Forderung, dass Arbeit und Leben Spaß machen sollen und dass Karriere und Familie möglich sind.

Anne Jacoby


 

   
| Sponsoring | RKW-Magazin | Juni 2003
 
Mittelstand mit Gemeinsinn
 
Dass Bitburger, Telekom und Co. als Sponsoren großer Sport-Events auftreten, ist nicht zu übersehen. Dass sich aber vier von fünf der mehr als drei Millionen Mittelständler in Deutschland für Sport, Soziales und Kultur engagieren, wissen die wenigsten. Gerade kleinere und mittlere Unternehmen setzen sich gezielt für ihr gesellschaftliches Umfeld ein, so das Ergebnis einer aktuelle Umfrage des Bonner Institutes für Mittelstandsforschung (IfM).
Der von den 4.000 befragten KMU am häufigsten genannte Grund für ihr Engagement war die Imagepflege (78,0 %), an zweiter Stelle stand der Wunsch, gesellschaftliche Verantwortung zu dokumentieren (71,9%). Die Motivation und Bindung der Mitarbeiter nannten vor allem größere Unternehmen als Ziel, während für kleinere Betriebe eher absatzbezogene Überlegungen im Vordergrund standen: Produktwerbung, die Verbesserung von Kundenbeziehungen. Bürgerschaftliches Engagement – neudeutsch „Corporate Citizenship“ oder „Corporate Social Responsibility“ – stiftet eben „nicht nur gesellschaftlichen Nutzen, sondern trägt gleichzeitig zur Umsetzung unternehmenspolitischer Ziele bei“, so das Fazit des IfM.

„Jedes ehrenamtliche Engagement hat auch etwas mit Eigennützigkeit zu tun“, bestätigt Wolfram Theymann, Geschäftsführer des Institutes für angewandte Betriebspädagogik in Viernheim. Worin genau dieser Eigennutz bestehe, sei im Vorfeld oft nicht genau erkennbar: „Aus Erfahrung wissen wir aber: Es kommt etwas zurück.“ So zum Beispiel von der Handballabteilung des TSV Viernheim 06. In einem Workshop hatte das Institut die Vereinsmitglieder erfolgreich dazu motiviert, mehr ehrenamtliche Aufgaben zu übernehmen. „Wir bekamen spontan Anerkennung von Menschen, die wir eigentlich aus anderen Zusammenhängen kannten“, erinnert sich der Unternehmensberater. Außerdem seien potenzielle Neukunden auf ihn und seine Arbeit aufmerksam geworden. „Wenn man Engagement aber nur aus Vorsatz betreibt, dann wirkt es verkrampft“, weiß Theymann.

Sportvereine, Theater, Museen, Konzert- und Kino-Events sind angesichts der Ebbe in den öffentlichen Kassen mehr auf Unterstützung der Wirtschaft angewiesen denn je. Das Werben um Gelder gestaltet sich allerdings mühsam: „Wir haben zwar ein Sponsoring-Konzept, aber wir müssen es für jedes Unternehmen anpassen“, erklärt Marion Klomfass, eine der Organisatorinnen des japanischen Filmfestes „Nippon Connection“ in Frankfurt/Main, das im April dieses Jahres rund 15.000 Besucher begeistert hat. Gegenüber Getränkeherstellern betont Klomfass den „Party-Aspekt“, gegenüber Autohäusern, Airlines und Banken eher den „Japan-Bezug“. „Von etlichen Sponsoren bekommen wir kein Geld, aber durch ihre Sachspenden und Dienstleistungen sparen wir eine Menge“, ergänzt Mitorganisator Holger Ziegler.
„Bei Nippon Connection finden wir genau unsere Zielgruppe: Ein jüngeres, kultiviertes und offenes Publikum“, ist Matthias Schneider beigeistert, Geschäftsführer des Frankfurter Catering-Unternehmens Mana-Mana GmbH. Er hat sich auf „frische, moderne, lifestylebezogene Speisen“ spezialisiert, unter anderem Sushi. Was könnte besser zu einem japanischen Filmfest passen? „Für uns ist das keine Profitveranstaltung“, räumt Schneider ein. Aber er ist beigeistert von der Atmosphäre und Vielfalt des Festivals, von den „netten Gesprächen im Foyer“, und natürlich von den Folgeaufträgen, die sich dadurch ergeben haben.

Unternehmen wie Mana-mana oder das Institut für angewandte Betriebspädagogik liegen im Trend: Immer mehr Mittelständler unterstützen Soziale Projekte, Kultur und Sport. Allerdings fühlen sie sich laut IfM bei steuer- und vertragsrechtlichen Fragen schlecht beraten. Oder sie sind sich nicht sicher, ob und was Sponsoring ihnen bringt. Das jüngst gegründete Netzwerk „Unternehmen: Aktiv im Gemeinwesen“ der Bundesinitiative UPJ („Unternehmen: Partner der Jugend“) oder der „Sponsoring Navigator“ der TU Dresden sind Versuche, hier Abhilfe zu schaffen.

Anne Jacoby

www.ifm-bonn.org (Institut für Mittelstandsforschung)
www.IfaBP.de (Institut für angewandte Betriebspädagogik)
www.mana-mana.com (Catering-Unternehmen Mana-Mana GmbH)
www.nipponconnection.de (japanisches Filmfestival)
www.upj-online.de (Bundesinitiative Unternehmen: Partner der Jugend)
www.marketingverein.de/sponsoring-erfolg (Sponsoring-Navigator der TU Dresden)
www.aks-online.org (Arbeitskreis Kultursponsoring im Bundesverband der Dt. Industrie BDI)

 

   
| Migrationsforschung | epd sozial | 2002
 
Auf der Suche nach dem „Dritten Stuhl“
 
Mainz (epd). Wie entwerfen die Kinder und Kindeskinder der ehemaligen „Gastarbeiter“ ihre Identität– angesichts von Diskriminierung und Fremdheitserfahrungen? Darüber diskutierten Migrationsforscher während einer Tagung der Uni Mainz. Sie lieferten Einblicke in eine äußerst kreative, differenziert denkende Generation junger MigrantInnen, die keinesfalls hilflos zwischen zwei Stühlen sitzt.

Der Titel der Tagung klang sperrig: „Qualitative Migrationsforschung: Generationenbeziehungen und Selbstkonstituierung unter Bedingungen der Migration“. Umso brennender waren die Fragen, die vom 26. bis 28. September an der Johannes Gutenberg Universität Mainz verhandelt wurden: Welche Erfahrungen machen die Kinder und Kindeskinder der „Gastarbeiter“ in Familie und Schule? Welche Selbstentwürfe und Identitätskonzepte bilden sie angesichts von Fremdheitserfahrungen aus? Die Veranstalter der Tagung, Prof. Franz Hamburger, Dr. Merle Hummrich und Dr. Tarek Badawia vom Fachbereich Pädagogik der Universität Mainz (Mitveranstalter: ISM u. Zentrum für interkulturelle Studien, beide Mainz), haben die „konstruktive Produktivität im Umgang mit Differenz“ der Heranwachsenden in den Mittelpunkt der Tagung gestellt. Ihre „Chancen und Neuschöpfungen“. Nicht die immer wieder diskutierten Spannungen, Krisen, Probleme. Hier eine Auswahl der vorgestellten Forschungen:

Im Breakdancer-Milieu Berlins ist Dr. Arnd-Michael Nohl (Univ. Magdeburg) auf kreative Bewältigungsstrategien von Migrantenjugendlichen gestoßen. Nohl zufolge suchten Jugendliche eher die „gemeinsame, häufig ungeplante und spontane Handlungspraxis“ – z.B. in Form von Breakdance – an Stelle einer theoretisch-reflexiven Verarbeitung ihrer biografischen Brüche. Nohl: „Hier formieren sich neue Milieus!“ Hier fänden Jugendliche einen eigenen Raum, in dem sie sich von den tradierten Normvorstellungen ihres Elternhauses („innere Sphäre“) einerseits und von den Anforderungen der Schule, der Berufsausbildung („äußere Sphäre“) in Deutschland andererseits abgrenzen könnten. Viele Migrantenjugendliche gerieten in eine Dilemma, weil diese Sphären einander widersprechende Moralvorstellungen repräsentierten. Im Milieu der Breakdancer indes finden sie eine eigene „dritte Sphäre“. Das örtliche Jugendzentrum spielte in diesem Fall eine entscheidende Rolle: „Das Jugendzentrum hat Freiraum zur Verfügung gestellt, der wenig reglementiert, gleichzeitig aber Regeln definiert hat“, so Nohl.

Das Verhältnis der klassischen deutschen Jugendverbände zu Jugendorganisationen von MigrantInnen nahm Dr. Stephan Bundschuh vom Informations- und Dokumentationszentrum für Antirassismusarbeit (IDA, Düsseldorf) unter die Lupe. Jugendverbände wie der Deutsche Bundesjugendring, die Deutsche Gewerkschaftsjugend oder die Deutsche Sportjugend sähen sich zunehmend mit der Frage konfrontiert, wie sie mit MigrantInnen umgehen wollten. Immerhin leiden sie alle unter Mitgliederschwund und sehen in den Migrantenjugendlichen eine neues Potenzial. Auf der anderen Seite bilden diese verstärkt eigene Organisationen. „Diese Selbstorganisationen grenzen sich dabei erstens gegen die Mehrheitsgesellschaft und ihre Jugendorganisationen, zweitens gegen den eigenen Erwachsenenverband ab“, resümiert Bundschuh. Er sieht in den neuen Jugendverbände „eine doppelte Emanzipation“ und ist überzeugt, dass sie die Jugendlichen bei der Ausbildung einer eigenen Identität unterstützen.

Überraschende Erkenntnisse zum Thema „Rassismen bei Vorschulkindern“ präsentierte PD Dr. Isabell Diehm (Univ. Frankfurt/Main): Sie konnte nachweisen, dass „bereits sehr junge Kinder aktiv und interaktiv an der Produktion und Reproduktion einer ethnisch codierten sozialen Ordnung beteiligt sind.“ Die Annahme einer „unschuldigen“ frühen Kindheit müsse revidiert werden. Das stellt sowohl die Forschung wie auch die Praxis in den Kindergärten vor völlig neue Aufgaben.

Eine für die Praxis der Polizeiarbeit relevante Projekt-Evaluation stellte Dr. Georg Gombos (Univ. Klagenfurt) vor. Seit 1999 können sich Wiener Polizistinnen und Polizisten in fünf zweitägigen Seminaren fit machen für die multikulturelle Gesellschaft. Interkulturelle Kommunikation steht auf dem Programm, Konfliktmanagement, Menschenrechte, aber vor allem: „Tandem – Lernen im Kulturkontakt“. Hier leisten Polizisten und Migranten gemeinsame Projektarbeit. In so genannten „Paar-Tandems“ wird es dann „hautnah“: Hier treffen sich einzelne BeamtInnen mit MigrantInnen, um gemeinsam zu arbeiten. Wie könnten verhärtete Stereotypen und rassistische Vorbehalte besser aufgebrochen werden?

Das Besondere der in Mainz vorgestellten Forschungsergebnisse ist die qualitative Herangehensweise. „In der qualitativen Forschung kommt es darauf an, dass man nicht von stereotypen Annahmen ausgeht, sondern die einzelnen Fälle für sich begreift“, erklärt Dr. Merle Hummrich. „Wir betrachten die Migranten als Experten ihrer Lebenswelt und nicht nur als Merkmalsträger“, ergänzt Dr. Tarek Badawia. Qualitative Forscher sind, so Badawia, in einen Kommunikationsprozess involviert und gehen mit mehrfachem Gewinn daraus hervor: „Wir haben etwas über uns selbst etwas gelernt, über das Thema und über die Person, mit der wir gearbeitet haben. Das, was wir aus dem Feld mitnehmen, geben wir in Form eines Feedbacks zurück.“ Sozialforschung und Soziale Arbeit – hier treffen sie aufeinander.


 

   
| Einkommenssituation von Frauen | Lebensmittelzeitung | Juli 2002
 
Frauen verdienen mehr
 
Weibliche Angestellte im Handel bekommen 25 Prozent weniger Gehalt als ihre Kollegen

Frankfurt, im Juli. Frauen, die als Angestellte im Handel arbeiten, haben im vergangenen Jahr im Durchschnitt 25 Prozent weniger verdient als ihre Kollegen. Das ergab eine aktuelle Untersuchung des Statistischen Bundesamtes. Während männliche Vollzeitkräfte im Schnitt 2.748 Euro brutto pro Monat verdienten, bekamen Frauen für einen Vollzeit-Job lediglich 2.057 Euro – das sind fast 700 Euro weniger. Betrachtet man die Bruttomonatsverdienste im Wirtschaftsbereich „Produzierendes Gewerbe, Handel, Kredit- und Versicherungsgewerbe“ insgesamt, sieht es für die Frauen noch düsterer aus: Hier lagen die durchschnittlichen Einkommen der weiblichen Angestellten 30 Prozent unten den Verdiensten der Männer. Dabei bessert sich die Lage langsam: 1957 hatten weibliche Angestellte jeden Monat noch ganze 45 Prozent weniger Geld in der Tasche als ihre Kollegen.

„Die Entgeltdifferenzen zwischen den Geschlechtern können nicht allein mit objektiven Faktoren erklärt werden“, weiß Karin Tondorf, die als Wissenschaftlerin am Ersten Bericht der Bundesregierung zur Berufs- und Einkommenssituation von Männern und Frauen (2001/2002) mitgearbeitet hat. Zwar seien viele Frauen Teilzeit beschäftigt, die meisten besetzten untere oder mittlere Hierarchieebenen in den Unternehmen und arbeiteten in Branchen, in denen wenig verdient werde. Aber auch dann, wenn sie die gleiche Position, die gleiche Qualifikation und die gleiche Berufserfahrung haben wie ihre männlichen Kollegen, werden sie schlechter bezahlt. Die Frage, warum in Branchen mit hohem Frauenanteil tendenziell weniger verdient werde als in männerdominierten Wirtschaftszweigen, bleibe außerdem unbeantwortet. Empirisch aber ist es so. Kein Wunder also, dass sich der deutsche Einzelhandel mit seinem hohem Frauenanteil im Verdienst-Ranking der Wirtschaftszweige weit abgeschlagen auf dem letzten, dem 22. Rang, wiederfindet. Laut Statistischem Bundesamt liegt der Frauenanteil im Einzelhandel bei 58,7 Prozent in Westdeutschland; im Osten sogar bei 71,9 Prozent.

Holger Schäfer, Referent für Arbeitsmarkt-Ökonomie beim Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW), sieht die Gründe für die Kluft zwischen Männer- und Frauengehältern in äußeren Faktoren: „Ein ganz entscheidender Faktor ist die geringere Berufserfahrung der Frauen. Die spielt eine nicht unbeträchtliche Rolle bei der Bezahlung.“ Was negativ durchschlägt, ist Schäfer zufolge die „Babypause“. Die Erfahrung, die ein Mann über die Jahre in seinem Unternehmen sammelt, gilt als Grund für kräftige Gehaltserhöhungen, während das Management-Talent und die Streß-Resistenz, die ein Frau während der Kindererziehung erwirbt, den Unternehmen offenbar keinen Heller wert sind.

„Fast alle typischen Frauenberufe verlangen Qualifikationen, für die es keine formalen Prüfungen gibt oder denen die gesellschaftliche Wertschätzung fehlt. Folglich bezahlt man die Frauen auch nicht dafür“, bestätigt Hannelore Buls, Expertin für Frauen- und Gleichstellungspolitik bei ver.di. Kommunikationstalent, Organisationstalent, sprachliches Geschick bei Geschäftskorrespondenz oder die Fähigkeit auf andere Menschen einzugehen setze man einfach voraus – „das hat Frau eben“. In vielen Stellenbeschreibungen würden diese Spezialkenntnisse deshalb nicht gesondert aufgeführt. Bei typischen Männerberufen dagegen werde jedes Tätigkeitsmerkmal einzeln aufgelistet, insbesondere wenn es sich um physische Herausforderungen handele, und das gelte dann als Argument für ein höheres Entgelt. Bei Frauenberufen stelle man fest, dass Belastungen - physische und psychische - eher unberücksichtigt blieben.

Aber das Problem liegt auch bei den Frauen selbst. „Persönliche Beziehungen und Akzeptanz sind Frauen wichtiger als Geld, Prestige und Macht. Sie gehen darum weniger Risiken ein und können schlechter Forderungen stellen“, hat Birgitta Wrede festgestellt, Wissenschaftlerin am Interdisziplinären Frauenforschungszentrum (IFF) der Uni Bielefeld. Männer dagegen erwarteten für eine Arbeit, die sie inhaltlich erfülle, selbstverständlich auch eine angemessene Bezahlung. Überhaupt schätzten Männer den Besitz von Geld, da sie ihn mit Status und Prestige verbinden und ihr Selbstbewußtsein, ja, ihre gesamte Identität darauf bauen. Dagegen seien auch heute noch viele Frauen davon überzeugt, Zugang zu Geld und Macht nicht durch ihre eigene Arbeitskraft, sondern nur über die Beziehung zu einem Mann erreichen zu können.

Ein Teufelskreis: So lange sich Arbeitgeber und auch Arbeitnehmerinnen einig sind, dass Männer als Alleinverdiener die Familie ernähren, während Frauen hauptsächlich für (unbezahlte) Kinderbetreuung und Hausarbeit zuständig sind, bleiben sie die „Nebenverdienerinnen“ mit schmalem Gehalt und unsteten Erwerbsbiographien. „Teilzeit-Phasen werden als fehlende Aufstiegsorientierung interpretiert“, weiß Birgit Riegraf, Frauenforscherin an der Universität Bielefeld, die „Aufstiegsbarrieren von Frauen im Einzelhandel“ untersucht hat. „Immer mehr Frauen wollen heute aber beides nebeneinander haben: Karriere und Familie.“ Damit das möglich wird, müsse die Kinderbetreuung verbessert werden, insbesondere während Dienstreisen und Weiterbildungs-Phasen. Auch Altersgrenzen für bestimmte Positionen erwiesen sich für Frauen immer wieder als unüberwindliches Hindernis. „Daran sollten Sie kratzen“, ermutigt Riegraf aufstiegsorientierte Mitarbeiterinnen im Handel.

Das Karrierecoach-Team Brenner/Gatz rät Frauen, die sich zu einer Gehaltsverhandlung entschlossen haben: „Seien Sie nicht so bescheiden! Springen Sie über Ihren eigenen Schatten und tun Sie es für sich und für Ihr Selbstwertgefühl. Und lernen Sie, sich wertzuschätzen!“ Gut pariert sei dabei halb gewonnen. Wenn der Vorgesetzte einlenkt: „Warum sollte ich in Sie investieren, Sie arbeiten doch sowieso nur, bis Sie heiraten!“, empfehlen Brenner/Gatz einen treffsicheren Konter: Auch Männer bleiben heute längst nicht mehr lebenslang bei einem Unternehmen.

Anne Jacoby

 

   
| Auszeit im Trappisten-Kloster | FAZ hochschulanzeiger | Januar 2002
 
Manager hinter Klostermauern
 
Eine Zeit lang im Kloster leben, um in Stille und streng reglementierter Tagesordnung Ruhe zu finden und aufzutanken – dazu laden viele Ordensgemeinschaften in Europa ein. Zum Beispiel die Trappisten-Abtei Mariawald in der Nordeifel.

Fünfzehn Mönche in dicken Kutten versammeln sich links und rechts im Chorgestühl, Schulter an Schulter, verneigen sich tief und heben ihre Stimmen an zum nächtlichen Gotteslob: „Ehre sei dem Vater...“ Es ist 3.45 Uhr, stockdunkel, der Regen peitscht gegen die gotischen Fenster, Kälte kriecht aus den Klostermauern langsam in den Nacken und in die Fingerknochen.
Diesseits der hölzernen Spitzbogenfenster, die den Chorraum von den Besucherbänken trennen, sitzt ein schmaler Mann in knielangem grauen Mantel und schwarzem Rollkragen: Klaus Jäger, Gesamtverkaufsleiter der Smith & Nephew GmbH, der deutschen Tochter eines amerikanischen Unternehmens, das medizinische Produkte vertreibt. Künstliche Gelenke zum Beispiel. Als Gast der Abtei Mariawald, hoch in der Nordeifel, betet und singt Jäger eine Woche lang mit den Mönchen in der kleinen Klosterkirche. Etwa sechs Stunden am Tag.
„Das ist fast so lang wie ein Arbeitstag“, vergleicht der Vertriebschef. Aber ganz anders: „Wenn ich hier sitze, kann ich mich einfach fallenlassen.“ Frei von allem „Äußeren und Unwesentlichen“ und eingebunden in das Raster der klösterlichen Tagesordnung öffne sich sein Blick für das, was wichtig sei – im Privatleben, aber auch bei den zahllosen Projekten und to do’s im Beruf.

„das Ich loslassen“

Rund 500 Ordensgemeinschaften in Europa nehmen Besucher auf, die mit ihnen zusammen beten und arbeiten oder sich einfach erholen wollen. In Mariawald leben Trappisten, Zisterzienser der Strengeren Observanz, die die Ordensregeln des Heiligen Benedikt besonders streng befolgen. Weil sie in Klausur beten, arbeiten und essen und dabei schweigen, bewirtet ein Gastpater die Besucher in einem separaten Speisezimmer; Männer schlafen im Gästehaus der Abtei, Frauen in einem separaten „Damenstift“, hinter einer Stahltür im zweiten Stock des Hauses. Bett, Tisch, Stuhl, Schrank, Psalmenbuch und Kreuz – in den Gästezimmern steht kein Stück zuviel. Es ist so still, daß nur der eigene Herzschlag lärmt. Gäste sind gehalten, in ihren Zimmern und während des Essens zu schweigen – kein Problem für Klaus Jäger, ein älterer Gast aus Köln indes übersteht keine Mahlzeit, ohne nicht wenigstens mit einem Tünnes-und-Scheel-Witz herauszuplatzen. Und weil das Handynetz bis in die Zimmer dringt, ist die Versuchung groß, abends heimlich zu plauschen.
„Wenn unsere Gäste hier sind und kein Telefon, Radio, Fernsehen und Internet haben, kommt zuerst die ganze Müdigkeit heraus. Die Leute schlafen viel“, erklärt der feingliedrige Abt Bruno, nachdem er eine Weile lang still nachgedacht hat. „Als zweites“, zeigt er mit heiterem Blick und beredten Händen, „entsteht eine Leere. Und aus dieser Leere tauchen Fragen auf: Was tue ich? Was ist für mich wichtig?“ Diese Grundfragen stünden nicht in Widerspruch zu der Haltung der Mönche, in Demut zu leben und sich selbst nicht wichtig zu nehmen: „Es gibt zwei ‚Ich’: Das eine ist das tiefe, eigene ‚Ich’ und das andere ist das ‚Ich’, das einen Beruf hat, eine Funktion, das Erfolg hat oder auch Mißerfolg.“ Im Kloster gebe es die Möglichkeit, dieses zweite Ich loszulassen und wieder zu spüren: „Wo sind meine Möglichkeiten und Grenzen? Woher komme ich und wohin will ich gehen?“ Im Grunde gehe es darum, „zu sich selbst zu kommen“, und das ist für ihn fest damit verbunden, „zu Gott zu kommen“.

Benedikt für Manager

Auf Klaus Jägers Schreibtisch bei Smith & Nephew steht das Buch „Benedikt für Manager“, eine auf Führungskräfte bezogene Interpretation der Benediktsregeln. „Ich versuche, mich selbst zurückzunehmen. Dinge vertrauensvoll auch einmal anderen zu überlassen“, erklärt Jäger. Er möchte die Erfahrungen, die er in der Stille und Leere gesammelt hat, ein Stück weit in sein Berufsleben mitnehmen. Das wünscht Abt Bruno allen seinen Gästen: „Daß die Kraft und die Klarheit, die die Leute hier finden, durchwirkt in ihr normales Leben“. Vielleicht werde ihnen bewußt, wie viel mehr sie schlafen und spazierengehen sollten. Natürlich müßten sie zu Hause nicht um 3.45 Uhr aufstehen. Aber: „Angepaßt an die jeweilige Situation vielleicht eine halbe Stunde früher, um etwas zu lesen oder zu beten.“
Vertriebschef Jäger steht morgens um 5.30 auf, joggt eine Stunde lang und besucht unterwegs ein nahe gelegenes Kloster, um das Gotteslob am Morgen zu hören. Wenn er nicht gerade im Außendienst ist. „Ich habe das Stundenbuch auch schon im Hilton und im Flugzeug gelesen“, gesteht er. Natürlich sei auch er kein Heiliger, schränkt Jäger ein, natürlich sei auch er manchmal angespannt. Aber während er das sagt, strahlen seine hellen Augen eine Ruhe aus, die auf gestreßte Kollegen geradezu beunruhigend wirken muß.

Anne Jacoby

Abtei Mariawald
52396 Heimbach
Tel.: 0 24 46/95 06-0
Internet: www.mariawald.de

Weitere Klöster im Internet:
www.orden.de
www.kloesterreich.at

Literatur: Klosterführer. Christliche Stätten der Besinnung im deutschsprachigen Raum. Grünewald Verlag, 2000. 239 Seiten. DM 29,79 / € 15,23


 

   
| Jugendarbeitslosigkeit | epd sozial | 2001
 
Fordern statt fördern? Vom zweifelhaften Nutzen von Beschäftigungsprogrammen
 
Frankfurt a.M. (epd). Offen, freundlich und überaus hilfsbereit – so hatte sich die Agentur Jugend und Arbeit Frankfurt („Ja Frankfurt“) Anfang Dezember der Öffentlichkeit vorgestellt. Die hier praktizierte Politik des „Förderns und Forderns“ führt allerdings zu einer weitgehenden Entrechtung der Jugendlichen, treibt etliche aus den sozialen Sicherungssystemen heraus und führt damit zu Einsparungen im Sozialhilfeetat.

Dieser Effekt sei nicht das vorrangige Ziel des Projektes, unterstreicht Lutz Klein, Dezernat Soziales und Jugend der Stadt Frankfurt. Aber: „Ein Jugendlicher, der arbeitsfähig ist, gehört nicht in die Sozialhilfe. Punkt.“ Vor allem diejenigen, die nicht mehr schulpflichtig sind, keine Ausbildung absolvieren und keiner geregelten Arbeit nachgehen, sich nicht beim Arbeitsamt melden und „zu Hause bei ihren Eltern herumdümpeln“, sollen von „Ja Frankfurt“ in Lohn und Brot gebracht oder vielmehr: gezwungen werden. Erste Option dabei ist der reguläre Arbeits- oder Ausbildungsmarkt. Wenn sich hier nicht sofort eine Stelle finden läßt – was angesichts der wirtschaftlichen Lage wahrscheinlich ist – werden die Jugendlichen in eine Maßnahme der Jugendberufshilfe geschickt. Wenn dies ebenfalls nicht gelingt oder eine Zwischenzeit zu überbrücken ist, greift das Programm „Arbeit sofort“ in Kooperation mit den freien Trägern Internationaler Bund (IB) und Cariteam. Hier bekommen die jungen Leute eine „Praktikumsvertrag“ mit bis zu sechs Monaten Dauer und dürfen sofort die Ärmel hochkrempeln, Computer auseinander- oder Fahrräder zusammenschrauben, tapezieren, renovieren, Beete umgraben, Laub rechen. 38, 5 Stunden in der Woche, bei einem Monatsverdienst von 850 Mark. Fehlzeiten werden abgezogen. Wer sich dieser Arbeit verweigert, dem wird gemäß Paragraph 25 BSHG die Sozialhilfe gestrichen: Nach Auskunft von Alfred Bender, Fachstelle Jugendberufshilfe des Jugend- und Sozialamtes Frankfurt zunächst um 25 Prozent, dann um 50 Prozent, und „wenn jemand gar nichts tut, dann können sie auch ganz kürzen.“

„So wird ein bestimmtes Arbeitsangebot, das als Hilfe zur Selbsthilfe vorgestellt wird, zur sozialrechtlichen Anspruchsvernichtung eingesetzt, es wird zu einem Angebot, das man nicht ablehnen kann“, kritisiert Prof. Helga Spindler vom Fachbereich Öffentliches Recht der Universität Essen. Trotzdem nehmen 20 bis 25 Prozent aller Sozialhilfeempfänger dies in Kauf – das hat eine Umfrage des Deutschen Städtetages bei 180 Mitgliedsstädten ergeben. Im Projekt JobBörse Junges Köln, dem Vorbild für „Ja Frankfurt“, tauchte jeder fünfte Jugendliche nach der Vorsprache ab und auch beim Sozialamt nicht mehr auf. Und in Frankfurt zeichnet sich eine ähnliche Entwicklung ab: Von Oktober bis Dezember 2001 registrierte die Agentur 78 jugendliche Sozialhilfeempfänger, wobei allein im Oktober in zwölf Fällen die Hilfe zum Lebensunterhalt eingestellt wurde. Spindler zufolge verschwinden durch diesen Druck in der Tat die Jugendlichen, die Sozialhilfe „mißbrauchen“, nebenher schwarz arbeiten oder „halbkriminell“ sind. Auf der andere Seite verabschiedeten sich aber auch „eine ganze Menge Leute, die sagen: Das muss ich mir nicht antun!“ Spindler: „In diesen Maßnahmen wird nicht richtig gearbeitet, zweitens nicht richtig bezahlt und drittens sind sie auch nicht für jeden vernünftig. Für jemanden, der in einem Alter ist, in dem er sich selbst eine Arbeit suchen kann, ist es geradezu entwürdigend, an die Hand genommen und den ganzen Tag über betreut und – das darf man nicht vergessen – erheblich kontrolliert zu werden.“ Unter dem Deckmantel der Hilfe werde hier eine Pseudo-Arbeit konstruiert, nur damit Sanktion daran geknüpft werden können.

Die LAG Arbeit in Hessen e.V., der auch Cariteam und IB angehören, sieht das anders: „Unfreiwillige Untätigkeit ist grausam und zerstört das Arbeitsvermögen, Arbeit integriert und gibt Selbstwert“, ist auf der Webseite des Vereins zu lesen. Und auch Jugendberufshilfe-Experte Alfred Bender ist sicher: „Arbeit ist ein zentraler Punkt für ein selbstbestimmtes Leben.“ Spindler dagegen plädiert für eine differenziertere Sichtweise: „Arbeit ist nicht gleich Arbeit, das ‚Wie’ und das ‚Was’, die Qualität der Arbeit, die Perspektiven, die ein Arbeitsplatz bietet, die Arbeitsbedingungen, vor allem die angemessene Entlohnung, die Respektierung der Menschenwürde im Arbeitsprozess, Vertretungsmöglichkeiten, das Recht, Koalitionen zu bilden und seinen Interessen Geltung zu schaffen, die machen den Wert der Arbeit aus.“ Wenn Arbeit unter dem Druck der Versagung des Existenzminimums aufgezwungen werde, dann nähere sich das einer „sozialen Umerziehung“.
Letztendlich geht es in Frankfurt genau darum. Lutz Klein vom Dezernat Soziales und Jugend: „Wir sehen die Gefährungspotenziale in der Stadt: von Kleinkriminalität bis hin zu Drogen und Alkohol. Bevor wir die Jugendlichen dann an der Hauptwache oder im Untersuchungsgefängnis wiederfinden, wollen wir doch lieber vorher versuchen, mit ihnen klarzukommen.“ Ob dies durch Laubfegen mit Qualifizierungsanteilen gelingt, wird sich zeigen müssen.

Obwohl Paragraph 25 BSHG eine Sanktionierung derer vorsieht, die sich weigern, „zumutbare Arbeit zu leisten oder zumutbaren Maßnahmen (...) nachzukommen“, bestehen Spindler zufolge juristische Probleme: Zum einen unterlaufen die Praktikantenverträge das Arbeitsrecht – zumindest in den von ihr untersuchten Kölner Maßnahmen: Hier konnten sich die Jugendlichen z.B. nicht gegen Fragen zu ihren „besonderen persönlichen Problemlagen“ und gegen unzumutbaren Arbeitsaufträge wehren. Zum anderen sei es fraglich, ob die im Sozialhilfegesetz verankerten Mitwirkungspflichten einen „Arbeitszwang“ darstellen, der durch das Grundgesetz (Art. 12, Abs. 2 und 3) ausdrücklich verboten ist. Außerdem: Nach Artikel 1 des BSHG ist es die Aufgabe der Sozialhilfe, „dem Empfänger der Hilfe die Führung eines Lebens zu ermöglichen, das der Würde des Menschen entspricht“. Ob ein Beschäftigungsprogramm zu menschenwürdigem Leben verhilft oder dies gerade verhindert – da gehen die Meinungen auseinander.
Immerhin werden arbeitslose Jugendliche in Frankfurt nicht unterschiedslos vom Sozialamt in die Arbeit bei freien Beschäftigungsgesellschaften gezwungen, sondern auch in den ersten Arbeitsmarkt oder in eine der zahlreichen Maßnahmen aus dem „Frankfurter Dschungelbuch“ vermittelt. Trotzdem besteht ein struktureller Mangel an regulären Arbeitsplätzen für diese Zielgruppe, die bei allem guten Willen der Beschäftigungsgesellschaften und der Agentur Jugend und Arbeit nicht zu beheben ist. „Arbeit sofort“ in Beschäftigungsmaßnahmen ist laut Spindler zwar für jene sinnvoll, „die relativ verwahrlost, relativ perspektivlos, an keine Verbindlichkeit gewöhnt sind“. Bei etlichen anderen aber besteht die Gefahr, daß sie beim Zerlegen von Altgeräten und Pflegen der städtischen Gartenanlagen bei 850 Mark Monatslohn vollends demoralisiert werden und sich lieber freiwillig durch die Maschen des Sozialsystems fallen lassen, als sich erzwungenen Arbeitseinsätzen zu beugen. Oder sie finden sich nach einem halben Jahr „Praktikum“ beim Arbeitsamt wieder, wo sie auf der Grundlage ihres letzten Verdienstes ein kümmerliches Arbeitslosengeld beantragen können.
Eine Entlastung des Sozialhilfeetats ist in beiden Fällen sicher. Aber darum geht es laut Lutz Klein ja nicht: „Wir sagen den Jugendlichen: Du sollst Dir Deine Existenz nicht mit dem sozialen Sicherungsystem einrichten, sondern Du mußt sie Dir erarbeiten. Das ist das eigentliche Signal.“ Fördern und Fordern? Wenn der Arbeitsmarkt den Jugendlichen kaum reale Chancen bietet, auf die sie mit Förderung hinarbeiten können, dann bleibt der Politik zumindest noch das Fordern.


 

   
| Benimm | FAZ Hochschulanzeiger | Januar 2006
 
Business-Knigge
 
In Sachen Benimm herrscht Verunsicherung: Die alten Rollenmodelle für Frauen und Männer haben ausgedient - neue müssen her. Denn insbesondere Frauen schaden ihrer Karriere, wenn sie sich allzu damenhaft geben.


Wer aus guter Familie stammt und die Benimmregeln alter Schule schon in den Kindskopf eingetrichtert bekam, der steht im Geschäftsleben oft genauso ratlos da wie jemand, der den Knigge erst anläßlich seiner Beförderung gelesen hat. Denn die alten Regeln greifen nicht mehr: Sie galten in einer Welt, in der es Damen gab und Herren, Ladies und Gentlemen. Dieses Klassenideal aber ist mitsamt seiner Klasse versunken. Und wenn Vertreter dieser Spezies noch über das glatte Parkett ihrer Salons oder den perfekt getrimmten Rasen ihres Parks gleiten - dann sehr vereinzelt. Oder auf Celluloid.
Und nicht nur, daß es diese Leute nicht mehr gibt: Die Umgangsformen der Ladies und Gentlemen eignen sich schlicht gar nicht für das aktuelle Geschäftsleben, weil diese, in ihrer Idealform zumindest, niemals gearbeitet haben - das hatten sie gar nicht nötig. Die Dame ist die Königin ihres Kreises, alles geschieht nach ihren Wünschen, die nie Befehle sind, alles bemüht sich, ihr zu gefallen, jede Aufmerksamkeit ist ihr geschuldet - aber nicht weil sie stark, sondern weil sie schwach ist, besingt der äthiopische Unternehmensberater Asfa-Wossen Asserate die Figur der Dame in seinem vielbeachteten Werk über europäische Manieren. Die Dame fordert nichts und erhält alles, schreibt er. Deshalb muß sie keinen Ehrgeiz und keine Ellenbogentechniken entwickeln. Zu einem Aufstieg von der Trainee zur Abteilungsleiterin wäre sie also nicht in der Lage.

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„Aufrechte Haltung, eine feste Stimme und ein gerader Blick, um Status und Revier zu unterstreichen.“
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Genauso der Gentleman: Er habe ein wenig schüchtern zu sein, findet Asserate. Und Dirk Pfister, Autor eines Business-Knigge für Männer, merkt an: Ein Gentleman betrachtet sich niemals als Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Sein Ziel sei es vielmehr, das Leben für seine Mitmenschen einfacher zu gestalten. Völlig klar: Auch diese Figur kann keine Karriere machen.
Orientieren Sie sich also um Himmels willen nicht an diesen alten Bildern, wenn Sie Benimm zeigen wollen. Vor allem Frauen sollten sich hüten, warnt Ursula Kals, die ein Buch über Zehn Fallstricke im Job geschrieben hat: Wenn eine Frau damenhaft bescheiden nichts fordert, bekommt sie auch nichts. Auf das stille Wunder des Erwähltwerdens könne sie ewig warten. Und: Geschäftsfrauen, die ständig ohnmächtig und freundlich lächeln, sich mit eingeknickter Silhouette auf ihren Sitz hingegossen präsentieren und mit Piepsstimmchen wispern, werden nicht ernst genommen. Kompetent wirkt das nicht, stellt Kals klar. Da helfen nur eine betont aufrechte Haltung, eine feste Stimme und ein gerader Blick, um Status und Revier zu unterstreichen.
Noch ein Tip für Frauen: Eine Dame alter Schule mag zwar hauptberuflich nett gewirkt und hauptsächlich über Nebensächliches parliert haben. Für Sie aber gilt: Beschäftigen Sie sich nicht so sehr damit, wie Sie als Business-Frau aussehen, sich bewegen und wirken möchten. Sie müssen selbstbewußt mit Wissen und Scharfsinn glänzen - oder notfalls immerhin so tun, als verfügten Sie über diese Attribute. Kompetenz-Simulation nennt Ursula Kals das, was ihrer Einschätzung nach Männer im Business täglich tun, ohne jemals dafür rot zu werden.
Die Modelle alter Schule haben also ausgedient, neue Rollen müssen her. Daß dies für beide Geschlechter gar nicht so einfach ist, zeigen die Anpassungsschwierigkeiten von Politik und Medien an Kanzlerin Angela Merkel oder andere erfolgreiche Frauen. Ihnen wird entweder der intelligente Einsatz ihrer weiblichen Vorzüge vorgeworfen oder ihre zu extreme männliche Art, schreiben Christina Tabernig und Anke Quittschau in ihrem Business Knigge für Frauen.
Die gute Nachricht: Es gibt sie schon, die erfolgreichen Damen neuer Schule. Als Beispiele nennt die Kommunikationstrainerin und Expertin für Knigge-Fragen Elisabeth Bonneau neben Kanzlerin Merkel auch Ursula von der Leyen, Ute Vogt, Renate Künast und Condoleezza Rice. Sie zeigt schön - ich spreche nicht von ihren politischen Ansichten und Aktivitäten -, daß es einer Frau sehr wohl möglich ist, sich elegant zu kleiden und zu bewegen, freundlich und geistreich zu plaudern und dabei gleichzeitig zielstrebig ihren Weg zu gehen und Macht auszuüben. Eine Facette der Dame alten Schlages können sich die Durchstarterinnen in Politik und Wirtschaft übrigens doch noch zunutze machen: Es ist ihr anarchischer Eigenwille. Manieren-Kenner Asserate weiß: Eklatante Regelverletzungen gehörten sogar ganz ausdrücklich zu ihren Privilegien.


BUCHTIPS:
Christina Tabernig, Anke Quittschau: Business Knigge für Frauen: Sicher auftreten im Beruf. März 2005. 213 Seiten. 19,80 Euro

Dirk Pfister, Christina Tabernig, Anke Quittschau: Business Knigge für Männer: Mehr Erfolg durch gute Manieren. März 2005. 213 Seiten. 19,80 Euro

Ursula Kals: Zehn Fallstricke. Die fatalsten Fehler, die Sie aus dem Job katapultieren Frankfurter Allgemeine Buch, 2005, 189 Seiten, 24,90 Euro
„Eine Vorgesetzte, das verwundert immer noch viele Menschen; davon zeugt das Sekretärinnen-Syndrom, das fast alle Frauen in mittleren Führungsfunktionen kennen. Gegen das Sekretärinnen-Syndrom hilft oft ein streng eingehaltener Dresscode.“

Asfa-Wossen Asserate: Manieren dtv Taschenbuch 2005, 400 Seiten, 10 Euro
„Manieren sind das Parfüm, das vergessen läßt, daß wir stinken, und wie beim Parfüm ist es klug, sich Manieren anzueignen, die mit den persönlichen Gegebenheiten nicht in kreischendem Gegensatz stehen, sondern sie glücklich ergänzen.“